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# 2855 | 02.09.2017 10:33:32 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
@Kolumne NIE WURDE EINEM MANN BESSER GEHOLFEN

Wunderbare Kolumne!

Ale kleine Ergänzung aus Casanovas Memoiren zum „erfahrenen Womanizer“ Carl Eugen:

„Alle seine Tänzerinnen waren hübsch, und jede rühmte sich, wenigstens einmal Seine liebessüchtige Durchlaucht beglückt zu haben…“ (1)
Dazu lohnt es zu wissen, dass die Mätressen Carl Eugens an ihren blauen (sic! sic! sic!) Schuhen kenntlich waren, die wohl nicht ohne Stolz getragen wurden. Damals wusste man eben noch, woran man war. Noch nicht herausgefunden habe ich freilich, ob die Berechtigung zum Tragen der blauen Schuhe an eine gewisse Frequenz gebunden war, oder ob die einmalige Beglückung, von der Casanova spricht, hierfür völlig ausreichend war. Dafür allerdings wäre dann wohl die Farbe des weiblichen Schuhwerks im damaligen Stuttgart ein wenig eintönig gewesen.

(1) zit. nach Ute Christine Berger, Die Feste des Herzogs Carl Eugen von Württemberg, Tübingen 1997, S. 12

# 2854 | 31.08.2017 10:04:53 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
Das Derby. Ach ja, das Derby. Das vermaledeite Derby. Wäre ja prima. Wenn uns nur die „II“ hinter „VfB“ nicht stets neu an unsere Schmach erinnern würde...

Obwohl: Beim Orakel von Delphi soll die weissagende Pythia durch aus Erdspalten aufsteigende Gase in jenen Trancezustand versetzt worden sein, der die Orakelsprüche erst ermöglichte. Und der Besucher des Tempelbezirks, so wird weiter überliefert, sei mit der klandestinen Drohung empfangen worden, er möge sich doch gefälligst selbst erkennen (was mich betrifft, fehlte das gerade noch, aber das ist eine ganz andere Geschichte).

Nun behauptet kein Mensch bei Sinnen, also VOR der Benebelung mit einschlägigen Dämpfen, dass das Spiel der Stuttgarter Kickers etwas Berauschendes an sich habe. Etwas Halluzinogenes aber, zumal mit fortdauernder Spieldauer, allemal, und schockartig-furchtbesetzter Trancen und Lähmungen sollte man beim Zusehen immer gewärtig sein; wir spielen nicht umsonst auf der Waldau, da gibt es einiges an Pilzen, das man rauchen kann.
Nähme man nun einmal in kühnstem Versuch die Kickers als Droge und meditierte im Rausch über Geheimnisse und Gefahren der Selbsterkenntnis, was würde uns wohl geweissagt? Dass wir dermaleinst wieder gegen die „I“ vom VfB spielen. In der Oberliga Baden-Württemberg. Und darauf freuen wir uns jetzt schon. SV Stuttgarter Kickers I vs. Verein für Bewegungsspiele Stuttgart II
Samstag, 02. September 2017, !5 Uhr 30
Kickersplatz auf der Waldau

Achtung: Live-Übertragung im Fernsehen (sport1)
Uns bleibt nichts erspart.

# 2853 | 31.08.2017 02:45:19 | Cornelia schrieb:
#1838
Jetzt waren Sie doch endlich mal bei uns in Hoffeld.
Dass ich das in diesem Leben noch erfahren durfte!
Halleluja!
Joe:Wenn schon nicht von dieser Welt, so wenigstens aus Hoffeld.

# 2852 | 29.08.2017 19:26:38 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
Nichts gegen das Weindorf, das morgen, nun ja, seine Spundlöcher öffnet. Wenn auch zu fragen ist, ob nicht, wie beim Spiel der Stuttgarter Kickers gegen den Waldhof neulich, von den sog. „Sicherheitsbehörden“ ein innerstädtisches Alkoholverbot verhängt werden sollte. Schließlich treffen Hochrisikogruppen aufeinander: verbissen feierwillige Rentnerstoßtrupps aus dem Umland und die ersten Schweizer Geschwader, denen das Weindorf gewiss als eine Art Zweitweihnachtsmarkt im Sommer verkauft wird… extrem heikle Sache, äußerste Vorsicht unbedingt angeraten!

Aber letztlich ist das alles nur Ausdruck des „tintenklecksendes Säkulums“, wie schon Freund Karl Moor wusste.

Denn das ginge und ging auch anders. Neulich ist mir mal aus unklarem Herr Herzog Carl Eugen durchs Wahnsystem spaziert. Das war der mit unter anderem Schiller und Schubart und Birkach-Hohenheim (wohin es den Chef, ich kann nicht umhin, es missbilligend festzustellen, bei seiner Elektrofahrradtour um Degerloch herum – Kolumne vom 29.8. - mal wieder nicht verschlagen hat!).
Carl Eugen also, eine spätbarocke „Festgeig“, wie es hierorts, glaube ich, heißt. Wein (sic!) aus den Brunnen Stuttgarts, dazu gebratene Ochsen für lau fürs gemeine Volk (das allerdings sonst nicht viel zu lachen hatte) und dann 14-tägige Festfolgen, darunter so eine Art Schaujagen in Degerloch. (Was sich immerhin bis heute erhalten hat). Selbstverständlich war Württemberg danach ruiniert. Aber gekracht hat’s gewaltig. Was da wohl die Sicherheitsbehörden gesagt haben…

Ute Christine Berger, Die Feste des Herzogs Carl Eugen von Württemberg, Tübingen 1997

Jürgen Walter, Carl Eugen von Württemberg, 2009
Joe:Protest!!! Ich war niemals mit einem Elektrofahrrad unterwegs. Wegen Ehre!

# 2851 | 04.08.2017 11:59:17 | Alfred schrieb:
Zu 1825 / Neckarstrasse

Dort war auch das Arbeitsamt wo das Elend der Arbeitslosigkeit verwaltet wurde.
Im Gebaeude des SDR arbeitet jetzt die Staatsanwaltschaft da wo entschieden wird was zu verfolgen ist.

# 2850 | 03.08.2017 18:49:01 | Walter Steiger schrieb:
NECKARSTRASSE
Hinsichtlich der bemerkenswerten Rimbaud-Ballade von Patti Smith empfehle ich die puristische Schwarz-Weiß-Version derselben: http://bit.ly/2v2JQwG
Nicht nur, weil sie vollständig ist, und nicht durch einen Gegenschnitt zu den Polizei-Amazonen vom Schwarzen Donnerstag 2010 unterbrochen wird, sondern weil sie am Ende noch einen "Riessling"-lastigen Originalbrief des Dichters aus der Stuttgarter Marien-Straße 2 / 3 ème étage (3 tr) zeigt. Den von Patti Smith erwähnten "public fountain - the one from the 18th century with a golden horse" findet man noch heute, schräg gegenüber am Alten Postplatz, mitten zwischen den Biertischen des "Paulaner". Das Medaillon mit der säugenden Stute schimmert allerdings nicht mehr golden, sondern grün oxidiert.
Danke auch für den Text zu Becketts lakonischem Sechszeiler über "la longue rue Neckar" und seine damalige Stammkneipe "Neckarklause" im Haus Nr. 213, die seither viele Namenswechsel erlebt hat – vom ambitionierten "Beck's Gastronomie" über "Porto Latino", "La Laguna" und "Tübinger Tor" bis zum heutigen, durchaus wieder empfehlenswerten Ristorante "Da Toni e Laura", das sehr respektable Pizzen und gute Fischgerichte anbietet. Keinem der Pächter (auch dem begabten Marcus Beck nicht) war allerdings je bewußt, dass einst einer der einflußreichsten Literaten des 20. Jahrhunderts durch die (bis heute erhaltenen) Schwingtüren ein- und ausgegangen ist.
Joe:Danke für die Hinweise, Walter. Näheres findet man auch hier auf meiner Homepage:
http://bit.ly/2feiMoC
Und hier (zum "Riessling"-Brief):
http://bit.ly/2v51HBs

# 2849 | 27.07.2017 18:21:48 | Michael Schmid schrieb:
zu Für Gerda Taro. Zum Gerda Taro Platz in Stuttgart wäre noch die Tarostraße in Leipzig und dortselbst die Installation mit Bildern der Fotografin in der Straße des 18. Oktober hinzuzufügen. Vielen Dank für diese sehr gelungene Veranstaltung am gestrigen Spätnachmittag.
Joe:Die Tarostraße in Leipzig gab es schon in der DDR. Die noch junge Leipziger Installation wurde leider zwischendurch von Idioten zugeschmiert - und vor kurzem wieder hergestellt. Irme Schaber hat an diesem Erinnerungsort auf Einladung eine Rede gehalten. Wir freuen uns, dass es Dir gefallen hat - leider hat technischer Dilettantismus' etwas Stress bereitet ...

# 2848 | 15.07.2017 13:09:18 | rebstock schrieb:
Kolumne vom 15. 7. 17: "Hamburg, Tage danach".
Eine Kolumne, die über jeden Schreibtisch gehört.
Als Nachtrag heute die Meldung von den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Hamburg: 21 der verletzten Polizisten waren länger als einen Tag krank geschrieben.

# 2847 | 13.07.2017 21:38:24 | Huno schrieb:
#1816/1817 Genau Ihre Analysen und Betrachtungen, wie gerade zu Hamburg, machen Ihre Seiten so notwendig.

# 2846 | 13.07.2017 14:07:31 | Viktor schrieb:
Sehr geehrter Herr Bauer. Ihren Kommentar zu Hamburg und den Folgen finde ich aufatmend gut. Weil Sie ein komplexes Thema bei gleichzeitiger Selbstreflexion differenziert durchleuchten und dabei sich selbst und darum auch anderen nichts vormachen. Sie waren ja im Hamburger Schanzenviertel, die meisten jedoch nicht, die jetzt wieder den Mund so voll nehmen, als hätten sie nur darauf gewartet. Da stehen Sie wohl im weiten bzw. engen heimatlichen Umkreis auf einsamer Flur. So sehr sind viele von uns von staatstragender Dauerpropaganda schon derart gehirngewaschen, dass uns diese Art des Nach-Denkens wie aus einer anderen Zeit, einer eher noch demokratischen Gesellschaft zu kommen scheint. Schönes Beispiel für eine (schmerzlich vermisste) Debatten-Kultur.

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