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Flaneursalon im Fluss

 
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# 8 | 02.02.2010 10:26:27 | eva hosemann schrieb:
freu mich, dass nun auch virtuell flaniert wird! endlich! :-)

# 7 | 02.02.2010 09:44:59 | Hans-Ulrich Wagner schrieb:
Hier mein Beitrag zum Start des größenwahnsinnigsten Kleinhirnprojekts, das je in Stuttgart ins Werk gesetzt werden sollte. Obwohl mir jeglicher Okkultismus zuwider ist, halte ich doch den Sachverhalt für bedeutsam, daß selbst unser HERD, der wohl seit Jahrzehnten und inzwischen denkmalgeschützt in der Hohenstaufenstraße lebt und arbeitet, offenbar zu den Gegnern dieser Angelegenheit zählt.
Dieser Herd, von Bauknecht und mit Gas zu betreiben, besitzt einen roten Kipp-Leuchtschalter, wie man ihn in den 70er-Jahren wohl an jeder Küchenmaschine hatte: Man kippt ihn, er leuchtet und es beginnt zu brummen oder zu köcheln. Bis gestern schien er defekt, was nicht weiter wichtig war, da sich mir nie so recht erschlossen hat, wozu ein Gasherd einen roten Elektrokippschalter benötigt. Wahrscheinlich um die inzwischen ebenfalls defekte Backofenbeleuchtung anzuschalten.
Dieser Schalter, der seit Jahren matt vor sich hinglimmte, leuchtet seit dem gestrigen Spätnachmittag sehr hell und deutlich – sowohl in Stellung „1“, als auch in Stellung „0“.
Dieses gespenstische und scheinbar sinnlose Leuchten hat mich heute nacht beim Toilettengang so sehr irritiert, daß ich nicht mehr einschlafen konnte und ins Nachdenken kam.
Warum kenne ich niemanden, der FÜR den Bahnhofsabriss/umbau ist? Sieht man von ein paar Kriegsgewinnlern und von einigen, die noch nie zu irgendwas eine klare Meinung hatten („Ich hab gehört, daß da unheimlich viel Geld nach Stuttgart kommt“) ab, will kein Mensch dieses angeblich demokratisch legitimierte Desaster. Eine nie gesehene Allianz aller Alters- und Berufsgruppen, wohlhabende Nordhangbewohner, weniger wohlhabende aus Stuttgart-Süd, vom Mediziner über die Steuerberaterin bis zu Orchestermusikern und Krimiautoren – alle wollen ihren Kopfbahnhof behalten. Selbst ein in die Jahre gekommener Gasherd.

Warum kommt das nicht bei den großartigen Grundsteinlegern und Prellbockanhebern an? Ich könnte nachher in die kleine Schalterhalle gehen, wo um 13.00 Uhr der „offizielle Startschuß“ fällt und nachfragen und mir ein paar Worthülsen über Fortschritt und Zukunft anhören. Eine vernünftige Antwort bekäme ich sicher nicht.

Also bleibe ich Daheim und lege jetzt MERCY SEAT* von Nick Cave in der Coverversion von Johnny Cash auf meinen Plattenspieler und hoffe, dass ein paar von diesen Musterdemokraten auf dem elektrischen Stuhl landen. Vielleicht geht dann das Licht an unserem Herd wieder aus.

* It all began when they come took me from my home
And put me on Death Row,
a crime for which I am totally innocent, you know.

I began to warm and chill
To objects and their fields,
A ragged cup, a twisted mop
The face of Jesus in my soup
Those sinister dinner deals
The meal trolley's wicked wheels
A hooked bone rising from my food
All things either good or ungood.

And the mercy seat is waiting
And I think my head is burning
And in a way I'm yearning
To be done with all this weighing of the truth.
An eye for an eye
And a tooth for a tooth
And anyway I told the truth
And I'm not afraid to die.

I hear stories from the chamber
Christ was born into a manger
And like some ragged stranger
He died upon the cross
Might I say, it seems so fitting in its way
He was a carpenter by trade
Or at least that's what I'm told

My kill-hand's
tatooed E.V.I.L. across it's brother's fist
That filthy five! They did nothing to challenge or resist.

In Heaven His throne is made of gold
The ark of his Testament is stowed
A throne from which I'm told
All history does unfold.
It's made of wood and wire
And my body is on fire
And God is never far away.

Into the mercy seat I climb
My head is shaved, my head is wired
And like a moth that tries
To enter the bright eye
I go shuffling out of life
Just to hide in death awhile
And anyway I never lied. And the mercy seat is waiting
And I think my head is burning
And in a way I'm yearning
To be done with all this weighing of the truth.
An eye for an eye
And a tooth for a tooth
And anyway I told the truth
And I'm not afraid to die.

And the mercy seat is burning
And I think my head is glowing
And in a way I'm hoping
To be done with all this twisting of the truth.
An eye for an eye
And a tooth for a tooth
And anyway there was no proof
And I'm not afraid to die.

And the mercy seat is glowing
And I think my head is smoking
And in a way I'm hoping
To be done with all these looks of disbelief.
A life for a life
And a truth for a truth
And I've got nothing left to lose
And I'm not afraid to die.

And the mercy seat is smoking
And I think my head is melting
And in a way that's helping
To be done with all this twisting of the truth
An eye for an eye
And a tooth for a tooth
And anyway I told the truth
But I'm afraid I told a lie.

# 6 | 01.02.2010 16:52:33 | petra olschowski schrieb:
Bis jetzt war man ja froh, dass man einfach still vor sich hin lesen durfte, ohne immer gleich seinen Senf abgeben zu müssen. Aber die Flaneure dieser neuen Welt wollen eben nicht mehr allein durch die Straßen schlurfen, dann schreiben, ohne drüber nachzudenken, ob es irgendjemandem gefällt oder nicht. Kann man irgendwie verstehen. Also: hier sind wir, die Leserinnen und Leser, voller Hoffnung, Glück und Bewunderung für den Stadtschreiber Nr.1. Und lange schallt's im Städtle noch, unser Bauer lebe hoch. pol

# 5 | 31.01.2010 13:44:25 | Elisabeth Berries schrieb:
Auf einen aufmerksamen, respektvollen Lesesalon, komprimiert mit einer reizvollen Prise an Stil. Tugenden, die tief in der Kehle des modernen Zeitgeists verschwunden sind.

# 4 | 31.01.2010 11:49:33 | Cornelia Pfadenhauer schrieb:
derweil der mann die mahlzeit kocht,
die frau auf ihren laptop pocht,
des sonntags kurz, nur um zu sehn,
ob wer flaniert bei eis und schneen.
geöffnet hat zur muße
joe bauer seinen laden jetzt.
lädt ein die schnabbelsuse,
die öfters ihren schnabel wetzt.

# 3 | 30.01.2010 17:04:13 | Eberhard Rapp schrieb:
We declare this bazar for open.
Ich hoffe und wünsche, dass dies einer der Orte in Stuttgart wird, wo man immer wieder gern hingeht.
Wie z.B. montags zum Bahnhof. Oder dienstags ins Ackermanns. Oder mittwochs ins Theaterhaus. Oder donnerstags ins Bix. Oder freitags ins Kunstmuseum. Oder samstags ins Einkaufen. Oder sonntags in den Maulwurf.

# 2 | 30.01.2010 15:06:33 | joe bauer schrieb:
der Kunde dankt in Demut... und schon geht die Schleichwerbung los

# 1 | 30.01.2010 15:04:56 | Ralf H. Schübel schrieb:
Es ist angerichtet...
Joe:...dann lass uns tafeln

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