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# 2778 | 18.02.2017 09:09:12 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
@2777
Ja, lieber Wilfried, so habe ich das noch gar nicht gesehen:
So ein elegantes kleines Stadionverbot im Führungszeugnis... das nimmt einem doch keiner mehr!
Und das alles wegen dem einen oder anderen, zugegeben nicht in jedem Falle absolut geschmacksicheren Bullenbanner? Ach geh weiter! Und wenn einer anderweitig blöd kommt, hat man ihn doch schon bisher aus dem Verkehr gezogen. Nun ja, der Bulle muss gepäppelt werden, 50+1 ist ja eh nur noch für die Folklore.

Auf der Waldau bevorzugt die einschlägige Sektion natürlich den Fernsehturm. Aber die ganze Süd da oben? Da müsste der Kuhn Fritz aber barmen...

Heute zählt's, es kann keine Ausrede mehr geben. Sogar der B-Block ist offen, mit dem Himmel als Limit. Fünf Stunden bis zum Anpfiff. Sieben Stunden bis zum Rückmarsch. So oder so.

# 2777 | 18.02.2017 08:50:37 | Wilfried Harthan schrieb:
@ 2776
Jawoll, lieber Uwe, volle Konzentration auf die Waldau heute nachmittag! Die Diaspora mit Stadionverbot fiebert mit, die Gelbe Wand bleibt leer. Was eine Strafe soll, die zu über 99 Prozent völlig Unbeteiligte trifft, bleibt das Geheimnis des DFB. Andererseits macht sich ein Stadionverbot biografisch gar nicht so schlecht. "Sektion Stadionverbot" im Lesersalon, gibt es weitere Anwärter?

# 2776 | 16.02.2017 13:27:59 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
Du bekommt einen Mann von der Waldau. Aber niemals die Waldau aus einem Mann.
(frei nach: ANNIE. Depesche vom 15. 2. 17)

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

48 Stunden.
Es verläuft, es verrinnt so vor sich hin, nie will man es glauben, und dann ist es doch da. „Zeit von der Uhr nehmen“, lautet die aktuell beliebte Phrase in Reporterkreisen. Ich bin nicht sicher, ob ich die Zeit von der Uhr überhaupt will.
Allerdings, jegliche Erfahrung lehrt es: Es geht auch vorbei. Weshalb auch die Annonce „50 Stunden“ sehr gerechtfertigt – und tröstlicher vielleicht! - wäre. Einmal war ich sogar schon fünftklassig, ich meine, als Zuschauer. Bei Bayern Hof. Aber eben nur einmal, für ein Spiel. Wie viele Clubs – sind das in der 5. Liga eigentlich noch Clubs? Oder schon hundsgemeine Vereine? – spielen eigentlich in der Oberliga Baden-Württemberg?

Draußen grinst der Frühling und lockt uns in den üblichen Hinterhalt. Wie immer fallen wir darauf rein.
Am Samstag kommt Kassel. Filz und Fett. Keine Ahnung, ob die „Eintracht“ auf der Waldau schon wieder offen hat, neulich glänzte die Dunkelheit noch drohlicht aus den Fenstern und schwappte über die Terrasse. In jedem Falle trinke ich vor dem Spiel ein Nach-Spiel-Bier. Sie machen so , sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren, auf der Waldau selten etwas falsch. Tristeza y soledad!

SV Stuttgarter Kickers vs. KSV Hessen Kassel
Samstag, 18.02.17, 14 Uhr
Kickersplatz auf der Waldau

# 2775 | 14.02.2017 08:44:02 | Bernd Oehler schrieb:
@# 2774: Mir deucht, Herr Pfeifer, Ihr Wehklagen wird anhalten. Bitte aber immerhin zu bedenken, dass es Schillern in der Heimat noch schlechter ergangen wäre als im Räubernest. (Das werden die Stuttgarter den Mannheimern nie verzeihen, dass die Räuber dort uraufgeführt wurden.)
Hinfort ging er, weil er am Sumpfe litt, den Schnoke zumal.
(Hab der Stadt selbst jüngst Lebwohl gesagt, ganz ohne Schnokebiss.)

# 2774 | 11.02.2017 11:36:47 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
„´s ist Saison, ´s ist leider Saison, und ich begehre nicht schuld daran zu sein“ (Matthias Claudius)

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

die schönen Tage der Winterpause sind nun vorüber. Wir verlassen sie nicht glücklicher. Wir sind vergebens hier gewesen.
Nein, noch muss ich Sie nicht auf die Waldau rufen. Genießen Sie eine letzte Woches des heiteren Ungefährs.
Wir sind heute beim Waldhof. Welch strafendes Prinzip waltet hier, dass wir Viertklassler nach Mannheim müssen. Eine existentielle Zentralkatastrophe, ein Grauen, das immer noch weiter wächst, ein Zusammenbruch Erster Klasse, unumkehrbarer Art. Schiller Fritz, als er selligsmal die Fliege vor Carl Eugen machte, wandte sich ausgerechnet nach Mannheim. Es ist ihm auch nicht gut bekommen. Iffland, so wird berichtet, spielte steil und Beck verwandelte sicher. Mannheim, ein Räubernest, schon immer gewesen. O weh, o weh, o weh geschrien!

# 2773 | 06.02.2017 18:40:49 | rebstock schrieb:
Depesche/Kolumne "Immer volles Risiko" vom 4. 2. 2017
Zum "Elbvieh":
"Was er (der historische Materialist) an Kulturgütern überblickt, das ist ihm samt und sonders von einer Abkunft, die er nicht ohne Grauen bedenken kann. (...) Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein."
Walter Benjamin, Geschichtsphilosophische Thesen, in: Zur Kritik der Gewalt und andere Aufsaetze, FfM 1978, S. 83

# 2772 | 02.02.2017 13:21:02 | nesenbacher schrieb:
@1733. Depesche
Ein Dank an Arnulf Ratings schöne Schilderung zur Trauerfeier des leider verstorbenen Gerhard Woyda.
Und ein weiteres Kompliment für seinen Nachtrag. Er spricht mir aus der Seele.
Flaneursalon + Rating, ein gelungener Doppelpass zwischen Berlin und Stuttgart.
Walk on. Alles ist AKUT!
http://tinyurl.com/zs58p2y
Übrigens:
Rating am 4.2. in Horb und am 8.2. in Böblingen
Joe:Firma dankt Nesenbacher - habe es selbstverständlich weitergeleitet.

# 2771 | 01.02.2017 08:03:50 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
FUNDSTÜCKE VI

„Dann ging er spazieren, sah den Wald, die weinbergmauern, das bachwasser und die Wolken an; mehr war nicht nötig. Denn dies war das Beneidenswerteste, das es überhaupt gab: herumgehen, etwas anschauen, sich klar werden über ein Gefühl.“
(Hermann Lenz, Verlassene Zimmer, 7. Ffm 2009, S. 19)

Hermann Lenz (1913-1998) zählt wohl, trotz verblüffend kontinuierlich fortgesetzter Auflage seiner Werke, zu den eher Vergessenen, wenn er es denn je zu nachhaltiger Aufmerksamkeit gebracht hat. In diesem Zusammenhang darf die „Aufforderung“ Peter Handkes, „Lenz zu lesen“, natürlich nicht fehlen und in der Tat wird hie und da von einer kurzzeitigen Lenz-Euphorie in den 70-ern berichtet. 1978 erhält er den Büchner-Preis, der heute auch nicht mehr ist, was er mal war. Können Sie, ohne zu spicken, zwei von fünf der letzten Preisträger nennen? Ich auch nicht.

Inwiefern Lenz in seiner Heimatstadt Stuttgart präsenter ist als anderswo, wage ich als Zugereister nicht zu beurteilen. Ich selbst kann mich sehr vage erinnern, möglicherweise sogar noch zu Schülerzeiten ein Buch von ihm (an)gelesen zu haben, aber das war mir damals gar zu still.

„Verlassene Zimmer“ ist der erste Band der stark autobiographisch fundierten „Schwäbischen Chronik“, die als singulär in der deutschen Nachkriegsliteratur gilt. Das Werk führt uns – im ersten Teil – in das Stuttgart der vorvergangenen Jahrhundertwende, zwischen Gablenberg und Heslach, dem Charlottenplatz, in dessen Brunnen sich Julius Krumm, der Spaziergänger des Zitats, die Hände wäscht, und dem Ostendplatz, dem Prinzenbau und der Kaserne (das heutige Finanzamt). Zeit- und Lokalkolorit also spielen ihre Rolle, und dennoch greift der hie und da zu lesende Kommentar, es handele sich mehr oder minder um ein Zeitporträt, viel zu kurz. Innere Entwicklung, Beobachtung des Zeitgeschehens, eine Ahnung der Dinge, die da kommen (wie der aufziehende Erste Weltkrieg), Distanz und Distanzierung spielen die wesentliche Rolle, die Entdeckung der Poesie in der Nuance, im Detail.

Der zweite, hochgelobte Band der Chronik „Andere Tage“ führt uns bereits ins Stuttgart der Nazizeit. ich bin gespannt.

# 2770 | 31.01.2017 21:30:48 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
@2769

Wie wahr, wie wahr, lieber Wilfried, ich vergesse das immer viel zu schnell: Einer muss ja selbst diese Jobs machen, und am Ende muss man froh sein, dass die Jobs erledigt sind!

Aber Du musst zugeben: eine gruselige Vorstellung ist das schon, im ICE nach Hamburg mit dem VfB... und das als Lektüre zur Brotzeit! Nun ja, auch dieses zum Besten.
Vor Jahren gab es hier mal eine Mordgeschichte des Chefs, die spielte im Zug bei Kassel. Keine Ahnung, ob der ICE nach Hamburg durch Kassel fährt. Bzw. an Kassel vorbei. Nach Kassel fährt, glaube ich, kein Zug. Mit Recht. Wie nach Schwäbisch Hall.
Joe:Wenn ich mit den Kickers zum Millerntor fahren will, muss ich warten, bis auch der FC St. Pauli in der eingleisigen Kreisliga spielt - so viel Zeit hab ich nicht mehr. Im Übrigen wollte ich nach Hamburg - und da bin ich immer noch, und nicht zum VfB. An den großen Wassern sind die Menschen nicht so engstirnig wie im Kessel.

# 2769 | 31.01.2017 13:01:01 | wilfriedharthan schrieb:
@ #2768
Mensch Uwe, jetzt lass ihn doch! Ein guter Spieler geht auch dorthin, wo es weh tut. Und einer muss den Job ja schließlich machen. Und wenn dann am Ende noch so eine Kolumne dabei herauskommt, dann ist doch alles gut.

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